Donnerstag, 12. Januar 2012

Lehrreiche Erfahrung mit dem TÜV

Nein, nicht so, wie Sie jetzt wahrscheinlich denken! Ich geb's ohne Umschweife zu: Ich stehe dem TÜV eher skeptisch gegenüber als MPU-Stelle, weil ich schon von mehreren Leuten gehört habe, dass zwischen der Auskunft, die sie vorher bei Beratung durch die Tochterfirma bekommen haben und dem, was nachher der Gutachter gemeint hat, teilweise eine deutliche Abweichung bestand. Da ich andererseits aber auch schon sehr positive Rückmeldungen zum Thema TÜV und MPU erhalten habe, weiß ich nicht recht, was ich davon halten soll. Trotzdem, ein Fragezeichen mach ich mal.

Hier geht's aber um was ganz anderes, das mich doch geschockt hat. Ich hatte mein Auto zum Ölwechsel in einer freien Werkstatt, und da das Auto ja eh schon auf der Hebebühne war, sollte der KFZ-Meister gleich mal einen Blick drauf werfen, was wohl für die gerade bevorstehende HU an Reparaturen anstehen könnte. Das Ergebnis war unerfreulich: Mit 700 bis 800 Euro sei auf jeden Fall zu rechnen.

Weil ich mir gerne eine zweite Meinung einhole und am nächsten Tag sowieso gerade nebenan vom TÜV zu tun hatte, denke ich mir also, okay, fährste mal kurz durch und holst dir einen Mängelbericht. Nun hat der Tübinger TÜV unter Autofahrern nicht gerade den besten Ruf. Umso überraschter war ich dann auch, als ich auf Anhieb mit nur geringen Mängeln auf Anhieb die neue Plakette bekam (und das nicht mal die Defekte, die mir die Werkstatt gemeldet hatte!).

Was lernen wir daraus für die MPU, denke ich mir. Die Werkstatt hat wohl ziemlich offensichtlich versucht mich übern Tisch zu ziehen (und ich werde sie sicher niemandem empfehlen!). Mag ja sein, dass die diagnostizierten Mängel nicht ganz aus der Luft gegriffen waren, aber der angelegte Maßstab war wohl sehr scharf. Wesentlich schärfer als der des TÜV für die HU jedenfalls.

Ich höre immer wieder von Verkehrspsychologen (oder Beratern, die nicht mal Verkehrspsychologen sind), die die MPU-Vorbereitung monatelang in die Länge ziehen. Sie schaffen's auch, dem Klienten ein starkes Gefühl der Unsicherheit zu geben. Stark genug jedenfalls, dass manche noch nach 20 Stunden zweifeln, ob die Vorbereitung gut genug ist (und siehe da: bei manchen, die dann doch noch zu mir kommen, bin ich entsetzt, wie schlecht sie wirklich ist!). Rechnen Sie also ruhig damit, dass es natürlich auch unter den MPU-Vorbereitern Schwarze Schafe in der Art der eingangs erwähnten "geschäftstüchtigen Werkstatt" gibt - leider.

Wenn Sie also eine MPU-Vorbereitung machen, die sich schon länger als 10 Sitzungen / Stunden hinzieht und noch immer kein Ende in Sicht ist, meine ich, dass eine gute Portion Misstrauen sehr angebracht ist.

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