Bestimmte Verhaltensweisen sind einem so selbstverständlich, daß man gar nicht auf den Gedanken kommt, sich damit auch schaden zu können. Bei der MPU ist sowas aber an der Tagesordnung. Ich will das an einem Beispiel erklären:
Jeder hat sein Leben lang durch viele unangenehme Erfahrungen gelernt, daß man in unserer Welt gut dran tut, es nicht an die große Glocke zu hängen, wenn man was ausgefressen hat. Und falls es doch rauskommen sollte, dann ist die bewährteste Reaktion drauf die, daß man alles so klein redet wie nur möglich und möglichst nur das zugibt, das beim besten Willen nicht mehr abzustreiten ist.
Meister im Umgang mit dem ganz großen Ehrenwort sind ja bekanntlich Politiker, die mit Sekundenkleber an ihrem Sessel kleben. Und wenn auch das nicht mehr hilft, wirklich was passieren tut ihnen im Zweifelsfall dann doch nix. Also warum sollte das nicht nachahmenswert sein?
Bei der MPU führt's in die Falle:
Der Gutachter wartet möglichst detailliert ausgemalt auf die Bekenntnisse des Probanden, denn er soll ja erkennen können, ob der inzwischen die Hintergründe und Ursachen für seine Verfehlungen, die zur MPU geführt haben, "intensiv reflektiert" hat. Seine Veränderungen hängen ja davon ab.
Das typische Politiker-und-Alltags-Verhalten (das war wirklich ganz harmlos, und ich konnte auch absolut nix dafür!) läßt schon am Anfang den Daumen nach unten gehen - Gutachten negativ.
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